Nixdorf World Erfurt Deutschland

Nixdorf wurde als typisches Waldhufendorf von Siedlern aus Franken, Hessen und Thüringen gegründet. Diese Eigenheit und die vorhandenen mittleren bis schlechten Böden ließen keine größeren Bauernhöfe entstehen. So waren die Anbauflächen der Güter im Durchschnitt 5 bis 15 Hektar groß. Angebaut wurden hauptsächlich Winterroggen und Hafer, in geringem Maße auch Weizen, Kartoffeln, Hackfrüchte und Klee.

Die Legende erzählt, das ein heidnischer Ritter zusammen mit seinem Knappen auf dem Gebiete jagte, als ihm plötzlich ein Bär in den Weg lief. Aus Angst vor dem riesigen Tier flehte der christliche Knappe den heiligen Nikolaus an auf das er Ihnen helfen möge. Der Ritter und sein Knappe kamen unverletzt davon da sich der Bär abwandte. Der Legende nach geschah dieses unweit des Hauses 315. So erklärt sich der ursprüngliche Name des Ortes "Niklasdorf" aus dem dann später der Name Nixdorf entstanden sein dürfte.

Die Nixdorfer Kirche des heiligen Nikolaus

Bereits im Jahre 1346 hatte Nixdorf eine Kirche, die zum Erzpriesterstuhl Hohnstein und Sebnitz gehörte und jährlich einen Taler Kirchenzins an das Meissner Bistum zu entrichten hatte. Von den Kirchgemeinden, die derzeit an an das Bistum Meissen abzuliefern hatten, besteht heute noch ein Schriftstück im Staatsarchiv Dresden. Die damalige Kirche war klein und wahrscheinlich aus Holz. Im Jahre 1551 wurde unter den Herren von Schleinitz und dem Erb und Lehensrichter Jacobie in Nixdorf eine kleine Kirche mit Türmchen erbaut. Der Bau dauerte bis 1555. Als sich nach der verheerenden Zeit des 30-jährigen Krieges die Zahl der Einwohner mehrte und ihr Wohlstand wuchs, reichte dieses kleine Gotteshaus nicht mehr aus. Im Jahre 1743 wurde unter Pfarrer Anton Erben von Schönerben und Richter Johann Christian Liebsch zum Bau der jetzigen Kirche geschritten.

Industrie in Nixdorf

Es war vorallem die Messerindustrie, die Weltruf besaß sowie die Strick und Wollwarenindustrie die große Bedeutung hatte. Nach Meinung von Fachleuten hatte auch die Kunstblumenindustrie ihren Ursprung in Nixdorf. Bekannt wurde Nixdorf in Bezug auf seine vielfältige industrielle Tätigkeit, namentlich aber wegen seiner alten Stahlwarenindustrie, die In Nixdorf seit mehr als 100 Jahren bestanden hatte.Aufgrund dessen erhielt es auch den Beinamen "das nordbömische Solingen" oder auch "Klein-Solingen". Neben zahlreichen selbstständigen Messerschmieden gab es 7 große Stahlwarenfabriken, in welchen Taschenmesser mit 1 bis 20 Teilen von der einfachsten bis zur elegantesten Ausführung mit Schildkröt, Perlmutt und anderen Schalen, aber auch Tischbestecke, Scheren, Dolche und andere Instrumente hergestellt wurden. Sitz dieses Industriezweiges war die untere Hälfte des Ortes. Weiterhin produzierte man Woll-, Band- und Gummiwaren sowie Posamenten und Metallknöpfe. Die Papier und Kunstblumenfabrikation in dieser Region soll ebenfalls ihren Ursprung in Nixdorf haben.

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